Unsere 1A

Liebe Tante Jetty!

Schon lange liegt mir die Mama im Ohr, dass ich dir wieder einmal schreiben soll.

Auf meine Einwände, dass mir gar nichts einfällt und außerdem wir ähh zu Weihnachten und voraussichtlich zu Ostern …. hat sie einfach gsagt: „Dann schreib ihr halt was über die Schule!“

Also:

Seit letztem Herbst bin ich in der Ganztagsschule und außerdem in einer Neuen Mittelschule. Das heißt, ich muss den ganzen Tag da sein und lernen. Vormittag und Nachmittag!!! Dazwischen haben wir zwar eine Mittagspause, in der wir gemeinsam mit allen Erstklasslern im Speisesaal sitzen und essen müssen, aber dann müssen wir alle in den Garten zum „Auslüften“. In der warmen Jahreszeit ist das ja recht lustig, wir spielen bei der Kletterburg oder bei den Reifenschaukeln, die hat unsere Klasse praktisch fix reserviert, weil wir immer die schnellsten beim Umziehen sind.

Aber jetzt im Winter ist es furchtbar. Die Buben jagen uns immer und wollen uns mit Schneebällen und manchmal sogar mit Eisbrocken abschießen. Es gibt zwar eine Leozone, aber leider halten sich nicht alle dran! Einmal hat sogar eine von uns geweint , weil acht Buben gleichzeitig sie abgeschossen haben, aber die haben sich dann was anhören können von unserer Frau Klassenvorstand! Und überhaupt sind die Buben viel schlimmer, zwei krabbeln auch während der Unterrichtsstunde unter den Tischen herum, wenn dann die Lehrer etwas sagen, meinen sie nur, sie suchen nur den Bleistift oder so.

Am besten vom Schultag sind die Freizeitstunden, da sind wir in einem Kurs, zum Beispiel Zumba in der Disco; das gefällt mir am besten, da vergisst man sogar manchmal, dass man in der Schule ist.

Jede Woche kommen so Studenten von irgendeiner Universität , die SFU heißt, und üben mit uns kooperatives Miteinander, das ist cool, da spielen wir meistens.

Am besten ist, wenn wir Projekt haben, im Herbst haben wir Lernen gelernt, stell dir vor, es gibt sogar verschiedene Lerntypen und auch Mischtypen, seitdem kann ich mir die schwierigen Sachen zum Beispiel in Mathematik besser reinziehen.

Jetzt gerade machen wir mit dem Herrn Hafner, den wir in Deutsch haben, ein Leseprojekt zur Superhenne Hanna. Lesen spielt in unserem Schulalltag überhaupt eine große Rolle (leider), wir haben eine Lesepatin, die mit den Braven aus der Stunde rausgeht und mit denen Geschichten liest und darüber redet, außerdem hama jetzt im März auch eine Bezirkslesewoche mit Bücherflohmarkt , Autorenlesung und lauter solchen Sachen.

Und im Juni gehen wir eine Woche segeln auf die Alte Donau, du brauchst dir aber keine Sorgen wegen ins Wasser fallen machen, weil wir bekommen alle Schwimmwesten und außerdem waren wir auch im Herbst alle im Schwimmkurs, wir gehen nicht unter, das versprech ich dir.

Wir gehen auch viel fort mit der Schule, ich meine Ausflug und so.

Wir waren schon viermal  Eislaufen,viermal Schwimmen, Speedstacking (du weißt sicher nicht, was das ist!? Vielleicht verrat ich es dir noch?), Fahrtechniktraining, Erdäpfelbauer, Theater (Gestiefelter Kater) ( das hat die Frau Zeitzmann, unsere andere Deutschlehrerin, für uns organisiert). Und auf dem A1-Campus zum Safer Internet war ma auch.

Manche von uns gehen auch fischen mit dem Herrn Hafner oder reiten mit der Frau Bock, das ist überhaupt super, die sind dann gleich den halben oder ganzen Tag fort.

Im Frühling will die Frau Haberler mit uns nach Schönbrunn, ich glaub den Tiergarten anschauen, in das blöde Schloss will ich  sicher nicht. Im Sommer, wenn es schön warm ist und wir auch ein bisschen braver geworden sind (hoffentlich), gemma auch einmal ins Gänsehäufel baden und Eisessen.

So ist das bei mir in der 1A.

Viele Bussi, deine Yvonne

 

P.S.: Wenn wir uns zu Ostern sehen, vergiss nicht auf mein Osternest, ich bin zwar schon fast elf, aber naschen tu ich trotzdem urgern.

P.P.S.: Beim Speedstacking werden leere Plastiktrinkbecher um die Wette umgestapelt, einer von den Dritten ist sogar ein richtiger Champion dabei.

 

 

Die Schülerinnen und Schüler der 1a beim Eislaufen auf der Eisfläche des Wiener Eislaufvereins:

 

Speedstacking

Besuch beim A1-Campus